Solarenergie

Eigenverbrauch im Fokus

Von Jürgen Ackermann · 2013

Wer möglichst viel Sonnenenergie selbst nutzen will, braucht gute Speicher. Fallende Batterie-Preise sind in Sicht.

Solarpanels auf Häuserdächern. In der Solarenergie liegt die Zukunft

Alles spricht von der Energiewende. Schlagworte wie Windenergie und Photovoltaik sind in aller Munde. Und tatsächlich: Der Eigenverbrauch von Solarstrom in Privathaushalten ist eine interessante Sache – aber wie funktioniert er eigentlich?

Die von einer Photovoltaik-Anlage erzeugte Energie wird zunächst in das Hausnetz eingespeist. Hier kann die Solarenergie von Elektrogeräten innerhalb des Hauses genutzt werden – das wird dann Eigenverbrauch genannt. Steht mehr Strom zur Verfügung als verbraucht werden kann, fließt der Überschuss in das öffentliche Netz. Dies gilt naturgemäß vor allem für Anlagen, die über keine Speichermöglichkeit verfügen. Reicht der eigene Solarstrom zur Deckung des Verbrauchs nicht aus, wird die fehlende Menge aus dem Netz bezogen.

Sonne in Schattenzeiten

„Damit der Eigenverbrauch mit dem Energieversorger abgerechnet werden kann, ist eine spezielle Anordnung der Stromzähler erforderlich“, erklärt Jens von Coburg, Solarexperte und Unternehmensberater aus Berlin. Die Stromzähler erfassen einerseits die Energieerzeugung, andererseits aber auch den Netzbezug und die Netzeinspeisung. Der Eigenverbrauch kann einfach errechnet werden, indem man die eingespeiste Energie (Einspeisezähler) von der erzeugten Energie (PV-Zähler) abzieht. „In puncto Eigenverbrauch wurde mit der Neuregelung der Einspeisevergütung zum 1. April 2012 ein Paradigmenwechsel hinsichtlich des Eigenverbrauchs vollzogen“, so von Coburg. Bis dahin erhielten Solaranlagenbetreiber eine zusätzliche Vergütung für den selbst verbrauchten Solarstrom. Seit diesem Stichtag gibt es diese Vergütung nicht mehr und Betreiber größerer Anlagen mit mehr als zehn Kilowatt Leistung müssen zehn Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen oder anderweitig vermarkten.

Solarenergie: Speicher werden intelligenter

Die zunehmende Bedeutung alternativer Energien wie Photovoltaik hat auch Einfluss auf die Entwicklung von Smart-Home-Konzepten. Dabei geht es nicht zuletzt auch um intelligente und effiziente Speicherlösungen. Genau das ist nach wie vor der Flaschenhals der Photovoltaik. Speicher sind sehr teuer. Die Gewinne aus dem Eigenverbrauch können bisher die Stromspeicher noch nicht finanzieren. Auch wenn sich dieses Problem aufgrund fallender Preise für Batteriespeicher in den nächsten Jahren lösen wird, ohne Speicher wird es schwierig, mehr Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage zu verbrauchen. „Die mangelnde Gleichzeitigkeit zwischen Erzeugung und Verbrauch beschränken den Eigenverbrauch ohne Batterie auf rund 30 Prozent“, erklärt Michael Powalla, Leiter des Geschäftsbereichs Photovoltaik am Zentrum für Solarenergie- und Wasserstoff-Forschung in Stuttgart. Mit Batteriespeichersystemen dagegen ist ein deutlich größerer Eigenverbrauch möglich. Teile des am Mittag anfallenden Ökostroms werden dann für Verbrauchszwecke am Abend und in der Nacht gespeichert.

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