Intelligente Heimvernetzung

Ein Haus am Netz

Von Inken Schönauer · 2013

Smarte Systeme sorgen für mehr Komfort und mehr Sicherheit.

 Der Schornstein eines Einfamilienhauses

Rollladensteuerung über Funk, Kühlschrank-Füllstand auf dem Tablet, verbrauchsgenaue Abrechnung über sogenanntes Smart Metering – die intelligente Heimvernetzung ist längst kein Gedankenspiel enthusiastischer IT-Experten mehr. Seit das W-Lan die Verbindungskabel im Haus überflüssig gemacht hat und auch große Datenmengen schnell bewegt werden können, sind die Möglichkeiten der Vernetzung zwischen elektronischen Geräten stetig gewachsen. Die Probleme der zuverlässigen Verschlüsselung und des Missbrauchs von außen sind sicher noch nicht vollends geklärt, aber ein gehöriges Stück weiter als noch vor einigen Jahren.

Intelligente Heimvernetzung: Komfort war der erste Schritt

Zunächst beschränkten sich die Möglichkeiten vor allem auf Komfort und Bedienungsfreundlichkeit für die Unterhaltungselektronik. Mittlerweile haben sich die Anwendungen aber längst in Richtung Energieeffizienz und Sicherheit weiterentwickelt. Einbruch, Feuer, Wasserschäden – das alles soll mit intelligenter Vernetzung vermieden werden. Offenstehende Fenster oder Türen können auf dem Handy gemeldet, Geräten wie Kochplatten oder Bügeleisen kann beim Verlassen der Wohnung automatisch der Strom abgedreht werden. Längst sind die Entwickler mit neuen Lösungen beschäftigt, die alte Probleme beseitigen sollen. Beispiel Atemluft: Lange Zeit hatten Gebäudeplaner die Wärmedämmung im Fokus. „Moderne Gebäude werden immer dichter“, heißt es beim Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) in Duisburg. Bessere Fenster und Bausubstanzen würden zwar für eine gute Wärmedämmung sorgen, die Luftqualität bleibe dabei aber oft auf der Strecke.

Umdenken in der Gebäudetechnik

Dafür haben die Forscher eine elektronisch gesteuerte Türdichtung entwickelt, die sich je nach Kohlendioxid-Menge im Zimmer öffnet und schließt. Ein Sensor registriert den Gehalt in der Luft. Wird ein bestimmter Schwellenwert erreicht, steuert ein kleiner Motor über eine Feder die Türdichtung am unteren Teil des Türflügels. Die Dichtung zieht sich nach oben, durch den Schlitz kann sich die Raumluft austauschen. Gleichzeitig schaltet das System über die Gebäudeleittechnik die Lüftungsanlage ein, die die verbrauchte Luft aus dem Raum befördert. Die Forscher sehen ihre Entwicklung nur als Vorstufe für weitere Möglichkeiten in Wohn- und Nutzgebäuden. Das Problem von Schimmelbildung in Wohnhäusern oder trockener Atemluft in Büros könnte so angegangen werden. Eine der Herausforderungen ist die Unsichtbarkeit der Hardware. Für den Verband der Elektrotechnik (VDE) sind es dann auch die sogenannten „Embedded Systems“, eingebettete System, die eine herausragende Rolle als zentraltechnische Innovationstreiber bei der Heimvernetzung spielen. Hardware und Software werden unsichtbar integriert und übernehmen dort komplexe Steuerungs- und Datenverarbeitungsaufgaben.

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