Energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern

Im Quartier mehr erreichen

Von Jens Bartels · 2021

Die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern oder ganzen Quartieren birgt erhebliche Effizienzpotenziale und verspricht Vorteile sowohl für Eigentümer als auch für Mieter. Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz könnte eine Umsetzung innovativer Lösungen für einen klimaneutralen Gebäudebestand in Zukunft merklich zunehmen.

Foto: iStock/ CreativeNature_nl

In Deutschland stehen laut der Bundesregierung ungefähr 19 Millionen Wohngebäude. Davon sind circa fünf Millionen Mehrfamilienhäuser. Mehr als 80 Prozent der Wohnflächen haben ein Alter von mehr als 25 Jahren und gut drei Viertel aller Wohnungen gelten als energetisch kaum saniert. Hier schlummern erhebliche Chancen: Energieeffiziente Quartiere stellen eine klimafreundliche Lösung für die urbane Zukunft dar.

Gerade der Blick auf mehrere zusammenhängenden Gebäude als Quartier macht es möglich, erhebliche Effizienzpotenziale in unterschiedlichen Sektoren wie etwa Mobilität, komfortables Wohnen oder Energieversorgung Auszuschöpfen: So sind systematische Quartierssanierungen komplexe Prozesse – zu den Herausforderungen gehört es unter anderem, die Interessen so unterschiedlicher Akteure wie Hauseigentümer, Mieter, Energieversorger, Stadtplaner oder des Handels und Gewerbes unter einen Hut zu bringen. Mitunter tauchen auch technische Hemmnisse wie veraltete und unflexible Infrastrukturen der bestehenden Wärmeversorgung auf. Oftmals ist es aber dennoch leichter und zugleich wirtschaftlicher, eine Lösung für eine Gruppe von Gebäuden zu finden als für jedes einzelne Gebäude.

Vorteile für Vermieter bei der energetischen Sanierung von Mehrfamilienhäusern

Denn klar muss sein: Aufwand und Kosten können bei der gemeinsamen Umsetzung von energieeffizienten Maßnahmen gespart werden. Dazu zählt unter anderem die Installation einer modernen Nahwärmelösung für viele Wohneinheiten anstelle vieler einzelner Wärmesysteme. Mit ihr lassen sich die ambitionierten Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen erreichen.

Grafik: Das typische Mehrfamilienhaus in Deutschland
Quelle: ista.com, 2020

Unterstützung erhalten Eigentümer durch ein neues Gebäudeenergiegesetz. Bislang war es nur möglich, bei der energetischen Bewertung von Gebäuden einzelne Objekte zu betrachten. Das seit November des vergangenen Jahres gültige neue Gebäudeenergiegesetz ermöglicht es nun, eine gemeinsame Versorgung mehrerer Gebäude mit Wärme oder Kälte zu vereinbaren. Diese Regelung ist befristet bis 31.12.2025. In dieser Vereinbarung können die Eigentümer die Errichtung und den Betrieb gemeinsamer Anlagen zur Energieerzeugung, -verteilung, -speicherung und -nutzung mit erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung regeln und damit auch Absprachen zur gemeinsamen Erfüllung für die anteilige Nutzung von erneuerbaren Energien zum Wärme- und Kälteenergiebedarf treffen. Somit ist das Gebäudeenergie­gesetz ein Meilenstein auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand.

Auch die Mieter mitnehmen

Neben der Gebäudesanierung ist das Heizverhalten ein wichtiger Hebel für mehr Energieeffizienz. Gerade das Nutzerverhalten der Mieter kann bei der Energieeffizienz im Mehrfamilienhaus den Unterschied machen. Hier hilft nicht zuletzt die regelmäßige Weitergabe von Informationen, wie durch ein optimiertes Heizverhalten die Bewohner sowohl Kosten sparen, als auch gemeinsam die Energiebilanz des Gebäudes verbessern können.

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