Flüssiggas

Heiz- und Rohstoff der Zukunft

Von Melanie Ehrhardt · 2014

 Detail einer Flüssiggas-Flasche
Einfache Lagerung: Das Gas wird in Flaschen gefüllt.

Als natürliches Begleitprodukt bei der Erdgas- und Erdölförderung steht Flüssiggas in fast unbegrenzten Mengen zur Verfügung. Vor allem auf dem Wärmemarkt wird es in absehbarer Zeit einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Ein hoher Heizwert, gute Lagerungsmöglichkeiten und eine umweltfreundliche Verbrennung machen Flüssiggas schon jetzt zu einem zukunftsfähigen Rohstoff.

Noch spielt Flüssiggas eine untergeordnete Rolle auf dem Wärmemarkt. Aktuell setzen circa 430.000 Verbraucher auf Flüssiggas. Bei rund 39,9 Millionen Haushalten entspricht das gerade einmal einem Prozent. Dabei ist der aus Propan, Butan und deren Gemischen bestehende Energieträger genau das, was sich die meisten Bundesbürger wünschen. Eine repräsentative Forsa-Umfrage ergab, dass für die meisten Deutschen Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und mit etwas Abstand Umweltfreundlichkeit die entscheidenden Kriterien bei der Wahl des Energieträgers sind.

Flüssiggas: Die unterschätzte Wärmequelle

Wurde Flüssiggas als Abfallprodukt aus der Erdgas- und Rohölförderung noch bis vor wenigen Jahren nur dort eingesetzt, wo die Versorgung mit Erdgas nicht möglich war, ist es heute eine echte Alternative geworden. Denn das Gas stößt bei der Verbrennung nur wenige Schadstoffe wie Kohlendioxid oder andere Treibhausgase aus und gilt damit als umweltfreundlich. Flüssiggas kann sowohl in unterirdischen oder freistehenden Tanks als auch in Flaschen gelagert werden. Da es weder giftig noch wasserlöslich ist, bestehen bei der Lagerung kaum Gefahren. Neben seiner Verwendung als Heizmittel weist Flüssiggas aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften die unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten auf.

Vielseitiges Einsatzpotenzial

Der Absatz von Flüssiggas steigt indes, und das liegt nicht nur an kühlen Witterungen. Auch in der
chemischen Industrie ist Flüssiggas als Rohstoff für die Weiterverarbeitung beliebt. Sein geringer CO²-Ausstoß macht es auch als Kraftstoff für die Automobilindustrie und Binnenschifffahrt interessant. So verursacht Flüssiggas zehn bis 15 Prozent weniger CO²-Emissionen als Benzin. Bereits 2014 sind rund 500.000 Fahrzeuge mit dem Kraftstoff Autogas zugelassen. In Hamburg werden künftig einige Kreuzfahrtschiffe von einem schwimmenden Flüssiggas-Kraftwerk versorgt. Dirk Brise vom Trend- und Marktforschungsinstitut Trend-Research sieht noch weitere Anwendungsmöglichkeiten: Ob in der Landwirtschaft, Gastronomie oder in der Freizeit – in allen Bereichen findet Flüssiggas hohes Anwendungspotenzial. Und auch zu Kühlzwecken kann Flüssiggas eingesetzt werden. Im Jahr 2016 könnte Flüssiggas übrigens noch attraktiver werden. Dann wird es auch die Bio-Variante aus erneuerbaren Rohstoffen auf dem Markt geben.

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