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Interview

„Netzausbau auf die Überholspur“

Von TenneT · 2013

Ein Interview mit Christian Schneller, Verwantwortlicher für die Netzausbau-Projekte von TenneT, über den Netzausbau und die Energiewende.

TenneT ist einer der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber. Wie wichtig ist Ihre Arbeit für das Gelingen der Energiewende?

Mit dem Betrieb und Ausbau des Höchstspannungsnetzes tragen wir entscheidend dazu bei, dass unsere Stromversorgung die Energiewende unfallfrei bewältigt. Das ist eine große Herausforderung.

Warum?

Große konventionelle Kraftwerke verschwinden; witterungsabhängige Stromerzeugung aus Wind und Sonne boomt. Das ist gesellschaftlicher Konsens, erschwert es aber, die Balance zwischen Stromerzeugung und –verbrauch zu halten. Da vor allem Kraftwerke im Süden aus der Produktion gehen und sich der Windstrom im Norden konzentriert, kommen regionale Ungleichgewichte hinzu. Heute müssen wir das Netz deshalb immer häufiger durch Eingriffe stabilisieren, etwa 1.000 Mal im Jahr.

Was sind das für Eingriffe?

Neben Schaltmaßnahmen, also Umleitungen, um Leitungen zu entlasten, weisen wir zunehmend den Betrieb von Kraftwerken an, um Netzüberlastungen zu vermeiden und die Menschen sicher mit Strom zu versorgen.

Warum müssen die Netze ausgebaut werden?

Wind- und Sonnenstrom wird meist weit entfernt von den Verbrauchern produziert. Das Netz muss ausgebaut werden, um die grüne Energie dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. Rund 8.000 Kilometer müssen in den kommenden Jahren in Deutschland verstärkt oder neu gebaut werden. In den vergangenen 15 Jahren wurden aber gerade mal 800 Kilometer gebaut. Das zeigt, wie groß die Aufgabe ist. Der Netz­ausbau muss auf die Überholspur.

Wie sieht dabei die Rolle von TenneT mit einem Versorgungsgebiet von der Nordsee bis an die Alpen aus?

Über das TenneT-Netz kommt die Windenergie von der Küste in den verbrauchsstarken Süden. Deshalb befinden sich auch circa 40 Prozent der gesamten Netz-Neubaustrecken auf unserem Gebiet, darunter auch die längste in Deutschland geplante Gleichstromverbindung. Sie wird den Windstrom über 800 Kilometer vom Norden in den Süden transportieren.

Müssen sich die Rahmenbedingungen ändern, damit die Netze zügig ausgebaut werden können?

Wir brauchen mehr Akzeptanz und schnellere Genehmigungsverfahren. Frühe Einbindung der Bürger, transparente Planungen, die mitgestaltet werden können – alles das stiftet Akzeptanz und erleichtert Verfahren. Wenn dann noch die Genehmigungsverfahren effizienter werden und die Politik sich hinter den Netzausbau stellt, können wir in den nächsten Jahren beim Netzausbau sehr viel erreichen.

Was tun Sie dafür?

Wir gehen neue Wege, besonders beim Dialog mit den Bürgern. Dazu gehören neue Beteiligungsformate, Bürgerbüros in den Netzausbauregionen und ein intensiver Austausch mit Kommunen, Bürgerinitiativen und Verbänden. Allein in diesem Jahr machen wir dafür 500 Veranstaltungen

Kontakt

TenneT TSO GmbH
Bernecker Str. 70
95448 Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 50740-0
Web: www.tennet.eu

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