Effiziente Energieproduktion

Neue Anlagen rechnen sich

Von Katharina Lehmann · 2013

 100-Euro-Scheine in einem Sparschwein

Sparsame Produktionsmaschinen und intelligente Zähler bergen gerade für die Industrie noch ungenutzte Einsparpotenziale.

Steigende Energiepreise machen nicht nur den Verbrauchern zu schaffen, sondern auch der Industrie. Im papier- und metallverarbeitenden Gewerbe machen die Stromkosten bisweilen bis zu 50 Prozent der Herstellungskosten aus. Vor allem wenn sich Fertigungsaufträge überschneiden, wird es teuer. Denn dann wird viel Energie benötigt – und diese Leistungsspitzen dienen den Energieversorgern als Grundlage für die Berechnung der Energiekosten. Viele Unternehmen setzen daher im ersten Schritt auf das sogenannte Lastmanagement. Dabei werden Anlagen heruntergefahren, wenn Leistungsspitzen absehbar sind – der Energieverbrauch wird also möglichst gleichmäßig über die gesamte Produktionszeit verteilt. Das funktioniert allerdings nur bedingt. Denn andere Zielgrößen, wie Termintreue, geringe Durchlaufzeiten, oder eine hohe Kapazitätsauslastung bleiben dabei unberücksichtigt. Damit spart das Lastmanagement zwar Energiekosten, die Gesamtkosten können jedoch durch eine Verschlechterung der anderen Kennzahlen erhöht werden.

Effiziente Energieproduktion: Gesamtkosten im Visier

Stromsparende Anlagen scheinen da die sinnvollere Alternative. Die Energieagentur Nordrhein-Westfalen schätzt, dass zwei Drittel des in der Industrie verbrauchten Stroms in die Antriebe der Produktionsanlagen fließt. Die Anschaffungskosten einer elektronisch angetriebenen Anlage schlagen allerdings während des gesamten Lebenszyklus nur mit rund zehn Prozent zu Buche. 90 Prozent entfallen auf die Stromkosten, die durch deren Betrieb entstehen. In den Produktionsanlagen sind also hohe Energie- und Kostensparpotenziale verborgen. Deshalb sollte bereits bei der Auswahl der Motoren auf den Stromverbrauch geachtet werden. Besondere Bedeutung kommt der Verwendung von drehzahlgeregelten Antrieben zu, die die Motorleistung dem tatsächlichen Bedarf anpassen. So schätzt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), dass sich allein durch die konsequente Verwendung von energieeffizienten Motoren und Drehzahlregelung etwa zehn Prozent des gesamten Industriestromverbrauchs einsparen ließen.

Smart Meter verschafft Überblick

Doch beim Thema Energieeffizienz gibt es auch in Unternehmen noch immer Nachholbedarf. So schätzt das Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), dass das Energieeinsparpotenzial vor allem bei mittelständischen Unternehmen und energieintensiven Industriezweigen bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Oftmals sind sogar kaum Informationen über den genauen Verbrauch der einzelnen Produktionsmaschinen vorhanden. Dabei haben die Forscher gerade für Industrieunternehmen spezielle Smart Meter entwickelt, die, direkt im Verteilerkasten der einzelnen Maschinen montiert, deren Verbrauch präzise und kontinuierlich erfassen. Sie helfen auch den Unternehmen, die gesetzlichen Regelungen bezüglich einer detaillierten Erfassung des Energiebedarfs im Herstellungsprozess zu erfüllen.

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