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Sichere Versorgung

„Verlässlichkeit wird noch wichtiger”

Von Uniper SE · 2020

Jahrelang hat sich die moderne Gesellschaft als unangreifbar betrachtet. Die Vorbereitung auf Krisenfälle wurde auf das Notwendigste reduziert. So wurden in der Vergangenheit viele Notfallkrankenhäuser aufgegeben. Die Belieferung mit Schutzmasken und Medikamenten in der Corona-Krise erfolgte meist just in time. Doch nun setzt ein Umdenken ein. Aktuell werden Schutzmasken wieder in Deutschland gefertigt. Gilt dieser Bewusstseinswandel auch für die lebensnotwendige Versorgung mit Energie? Was passiert, wenn Strom und Gas nicht mehr fließen? Wie kann eine moderne Gesellschaft Sicherheit und Klimaschutz vereinbaren? Andreas Schierenbeck, CEO von Uniper, nimmt Stellung.

Uniper-Kraftwerk Irsching bei Großkrotzenburg in Bayern. Systemrelevant für die Energiesicherheit in Süddeutschland.

Herr Schierenbeck, in Süddeutschland werden durch den Atomausstieg zahlreiche Kraftwerke wegfallen. Jetzt steigt Deutschland auch noch aus der Kohle aus. Ihr Unternehmen betreibt viele Reservekraftwerke, die im Notfall aushelfen können, wenn es eng wird. Wie passt eine sichere Versorgung mit Klimaschutz zusammen?

Die Herausforderung des Klimawandels ist groß, aber wir müssen sie annehmen – und zwar schnell. Uniper steht seit vielen Jahren für eine sichere Versorgung mit Strom und Gas. Das wird auch weiterhin so sein: Es stimmt, dass der im Norden produzierte Windstrom aufgrund fehlender Leitungen nicht immer in ausreichender Menge in den Süden kommt. Und gleichzeitig werden dort die meisten Kraftwerke stillgelegt. Verlässliche Kraftwerke werden also eher noch dringender benötigt. Uniper betreibt rund die Hälfte der Reservekraftwerke in Deutschland, überwiegend auf Basis von Erdgas. Wir wollen, dass diese Versorgung künftig noch klimaschonender geschieht, ohne dass Lieferunterbrechungen passieren. Alles andere wäre für unsere Kunden in der Industrie eine Katastrophe. Also brauchen wir neue Lösungen. Uniper selbst will in Europa bis 2035 klimaneutral werden. Das funktioniert nur, wenn wir für die erneuerbaren Energien eine Speichermöglichkeit finden oder direkt auf Wasserstoff oder grünes Gas gehen. Dekarbonisierung darf die Sicherheit der Versorgung nicht beeinträchtigen. Deshalb muss sie meines Erachtens auch in Schritten erfolgen.

Welche Schritte unternehmen Sie, um das Ziel 2035 zu erreichen?

Der Klimawandel ist da und das hat konkrete Folgen für unser Portfolio. Wenn man sich anschaut, wo dieses Unternehmen herkommt – als Spin-off von E.ON, von welchem wir die vermeintlich zukunftslosen Energieanlagen geerbt haben und alles, was damals niemand haben wollte – dann haben wir in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Unser CO2-Abdruck ist in kürzester Zeit um die Hälfte gesunken und wir gehen auf diesem Weg konsequent weiter. Die Lösung ist für uns klar: Wir müssen von der Kohle wegkommen – also steigen wir in Europa aus der Stromproduktion mit Kohle aus und schließen diese Kraftwerke gestaffelt in den nächsten Jahren. Unsere Wasserkraftwerke bleiben ein wichtiger Pfeiler, denn sie sind erneuerbar und gleichzeitig liefern sie Energie ohne Unterbrechung. Hier stoßen wir aber beim Ausbau an Grenzen. Wenn man in die Zukunft blickt, stehen wir vor einer Welt, in der Gas eine wesentliche Rolle bei der sicheren Versorgung spielt. Gas ist unter Umweltgesichtspunkten viel besser als jede Steinkohle- oder Braunkohleverstromung – und gleichzeitig jederzeit verfügbar und hoch flexibel. Aber Sie müssen dem Gas eine Zukunft schaffen, indem Sie es entkarbonisieren, was uns automatisch zu Wasserstoff führt – der nächste Schritt neben dem Gas und darüber hinaus. Deshalb haben wir unsere Strategie entwickelt und gesagt: „Sehen Sie, wir steigen aus der Kohle aus. Wir entwickeln unser Gasgeschäft weiter und reduzieren unseren Kohlenstoff-Fußabdruck um weitere 30 Prozent.” 

Andreas Schierenbeck

Und warum 2035 für Uniper? Meist wird das Jahr 2050 als Datum diskutiert, um diesen Punkt der Klimaneutralität zu erreichen.

Das Ziel muss ehrgeizig sein, um intensiv daran zu arbeiten. Wir haben das gut durchdacht. Uniper will nicht der normale Versorger sein, der das Problem löst, indem er Dinge einfach abschaltet. Wir wollen Veränderung schaffen und eine Transformation anführen. Wir haben überlegt: „Was ist möglich und was ist erreichbar?” 2035 ist ein Zeitrahmen, in dem wir kohlenstoffneutral werden können, vielleicht nicht kohlenstofffrei – aber wir können Wege finden, um die Klimafolgen unseres Wirtschaftens auszugleichen. Ich glaube deshalb, dass es der richtige Zeitrahmen für diese Herausforderung ist. Wen kümmert ein Ziel für 2050? Die meisten der Menschen, die heute bei Uniper arbeiten, werden im Jahr 2050 nicht mehr hier sein. Wenn es 2035 ist und wir Schritte in die Wege leiten, um dorthin zu gelangen, wird es etwas sein, das allen am Herzen liegt, weil Sie das Gefühl haben, dass Sie es erreichen können. Unser Ehrgeiz besteht darin, diesen Weg gemeinsam mit unseren Kunden zu gehen. Schon aus diesem Grund kann es keine Kompromisse bei der Zuverlässigkeit der Energieversorgung geben. Sonst hätten wir unternehmerisch ein ernsthaftes Problem.

Uniper verfolgt die Strategie: „Empower energy evolution”. Was bedeutet das für Sie und Ihr Unternehmen?

Die Strategie basiert auf drei Säulen, und die mittlere ist die einfachste: Energie. Wir erzeugen Energie und wir handeln mit Rohstoffen rund um Energie. Empowerment und Evolution sagen, worum es uns geht und wie wir vorgehen. Ich glaube, dass dies keine Revolution sein wird, sondern mehr ein Prozess als eine Revolution. Wir geben nicht alles auf, wofür wir standen, und stürzen uns nicht in etwas völlig Neues; wir wollen den Wandel in die richtige Richtung lenken. Aber das können Sie nicht allein tun. Der wichtigste Teil der Botschaft lautet also, dass wir die aktive Beteiligung von politischen Entscheidungsträgern, Kunden und Technologiepartnern brauchen –wie etwa unsere Partnerschaft mit Siemens. Wenn Sie versuchen, die Energielandschaft zu verändern, und niemand ist bereit, Ihnen zu folgen, nun, dann wird das nicht funktionieren.

Kontakt

Uniper SE
Holzstraße 6
40221 Düsseldorf
E-Mail: info@uniper.energy
Web: www.uniper.energy

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