Speichermöglichkeiten

Strom sucht Vorratskammer

Von Inken Schönauer · 2013

Suche nach dem perfekten Energiespeicher läuft auf Hochtouren.

 Solarzellen. Die Kosten der Speichermöglichkeiten von Strom variieren stark

Am besten wäre ein Knopf. Oder vielleicht noch besser eine App. Eine App, mit der sich der Wind anschalten ließe, wenn das Licht im Haus leuchten soll oder sich die Sonne verdunkelt, wenn die Maschinen auf Anschlag laufen. Da das wohl eher ein Szenario für das Kino bleiben wird, arbeiten Ingenieure fieberhaft an Energiespeichern. Der Sonnenschein richtet sich leider nicht immer nach dem Bedarf und so wird überschüssig produzierte Energie in das öffentliche Netz eingespeist. Wird mehr Energie gebraucht, muss Strom aus dem Netz teuer dazu gekauft werden. Am ökonomisch sinnvollsten wäre es, wenn die überschüssige Energie einer Photovoltaikanlage oder eines Windrads in einer nahen „Vorratskammer“ verstaut werden könnte. Doch den perfekten Speicher gibt es noch nicht und wird es wahrscheinlich auch nie geben. Es läuft auf eine Vielzahl verschiedener, sich ergänzender Lösungen hinaus. Beispiel Batterie: Schon heute gibt es vielseitig einsetzbare LithiumIonen-Akkumulatoren auf dem Markt. Die Agentur für erneuerbare Energie prognostiziert, dass sie in den kommenden zwanzig Jahren eine herausragende Rolle im Bereich der sogenannten elektrochemischen Speichertechnologie spielen werden.

Lithium-Ionen-Akkus auf dem Vormarsch

Ein Vorteil dieser Technologie ist, dass sich die Eigenschaften der Batterien mit variierenden Materialkombinationen so verändern lassen, dass Spannung oder Lebensdauer optimiert werden können. Lithium-Ionen-Akkus werden bereits in Laptops und Handys eingesetzt. Dem Elektroauto verhalfen sie zur Marktreife. In Frankreich gibt es Versuche, die Technologie für das Speichern von Solarstrom zu nutzen. Grundsätzlich wird zwischen Kurz- und Langzeitspeichern unterschieden. Lithium-Ionen-Akkus oder die sehr viel älteren Blei-Säure-Batterien gehören eher zu den Kurzzeitspeichern. Auch Schwungmassespeicher, bei denen das Trägheitsmoment genutzt wird, gehören zu den Technologien für die kurzzeitige Speicherung von Energie. Pumpspeicherwerke, bei denen große Mengen Wasser erst in höher gelegene Becken hoch und dann später wieder abgepumpt werden, sind Langzeitspeicher. Auch Druckluftspeicherwerke, bei denen Hohlräume, wie zum Beispiel Salzkavernen, mit Luft gefüllt werden, sind für längere Lagerzeiten ausgerichtet.

Speichermöglichkeiten: Kosten variieren sehr stark

Welche Speichermöglichkeit ökonomisch am sinnvollsten ist, lässt sich nicht verallgemeinern. Tatsächlich kommt es auf den Einzelfall an. Soll eher eine unterbrechungsfreie Stromversorgung wie bei medizinischen Geräten garantiert werden oder wird ein Langzeitspeicher für das Überangebot an Windkraft benötigt? Bei der Berechnung fallen dabei Investitionskosten genauso ins Gewicht wie Stromgestehungskosten. Das sind die Kosten, die bei der Energieumwandlung von einer anderen Energieform in elektrischen Strom notwendig sind.

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