Speicherlösungen für erneuerbare Energien

Stromschatz im eigenen Keller

Von Oskar Rheinhold · 2017

Solarpanels auf einem Häuserdach: Speicherlösungen für erneuerbare Energien sind ein Zukunftsthema

Strom aus Erneuerbaren Energien ist oft flüchtig – es sei denn, günstige und ausgereifte Speicherlösungen machen ihn auch bei Wind- und Sonnenarmut abrufbar. Gerade im privaten Bereich und auf örtlicher Ebene existieren mittlerweile tragbare Konzepte.

Ein sonniger Tag in Deutschland: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach glüht. Ins öffentliche Netz fließt ordentlich Strom – und auf das Konto des Häuslebauers folgt die Einspeisevergütung. Doch seit einigen Jahren sinkt die Freude aller Beteiligten. Zum einen sind die Vergütungen längst nicht mehr so attraktiv. Für neuere Anlagen erhalten Erzeuger nur noch rund die Hälfte dessen, was sie bei Bedarf aus dem Netz zurückkaufen müssen. Zum anderen sorgen die Lastspitzen für Probleme im Netz. Da träumt so mancher Hausbesitzer davon, seinen Sonnenstrom selbst zu verbrauchen. Doch die Erneuerbaren Energien haben ein Grundproblem: Verfügbarkeit und Verbrauch stimmen zeitlich oft nicht überein. So sind am sonnigen Tag die Erwachsenen bei der Arbeit und die Kinder in der Schule. Kommt die Familie abends zusammen, produziert die Photovoltaikanlage jedoch nicht mehr. Ein Speicher muss her, der den Verbrauch des eigenen Stroms in die passenden Zeiten verschieben kann. 

Speicherlösungen für erneuerbare Energien: Sonnenbatterie im Keller

Die Stromspeichertechnologie steckt in Deutschland jedoch noch immer in den Kinderschuhen. Techniken wie Power-to-Gas, also die Erzeugung von Methan oder Wasserstoff per Biostrom und das Einspeisen ins Gasnetz, sind über die Pilotphase noch nicht hinausgekommen. Pumpspeicherkraftwerke spielen hierzulande ebenfalls eine marginale Rolle. Anders sieht es im privaten und lokalen Bereich aus.

Mittlerweile sind sogenannte Solarspeicher auch fürs Eigenheim verfügbar – und laut ihrer Anbieter rechnen sie sich auch. Im Kern bestehen sie aus einem Akku auf Blei- oder besser Lithium-Ionenbasis, handlich genug für die Wandinstallation im Keller, und einer Steuerelektronik, die das Ladeverhalten des Akkus und die Verteilung an häusliche Verbraucher beziehungsweise die Einspeisung ins Stromnetz regelt. In der Praxis wird dann der Strom am sonnenreichen Mittag erzeugt und gespeichert und erst am Abend, wenn Waschmaschine und Elektroherd auf vollen Touren laufen, wieder an den Haushalt abgegeben. Die Rechnung ist einfach: Die Anlage erlaubt es, den günstig erzeugten Strom so weit wie möglich selbst zu nutzen, statt ihn bei Bedarf teuer zurückzukaufen. Die Bundesregierung hat das Problem erkannt und fördert über die KfW den Erwerb solcher Speicher. Und das ist auch nötig: 15.000 Euro kommen für eine private Anlage schon einmal zusammen.

Energie aus der Cloud

Speicherlösungen spielen auch auf kommunaler und regionaler Ebene einer Rolle. Sogenannte Strombanken vernetzen kommunale Erzeuger im privaten und kleingewerblichen Bereich mit Speichertechnologien in Form von Akkumulatoren. Intelligente Stromzähler ermitteln genau, wer wie viel in dieses Konto einzahlt – entsprechend darf dann bei Bedarf wieder entnommen werden. Einen Schritt weiter gehen Systeme, die die individuell installierten Hausstromspeicher untereinander vernetzen. In dieser „Energy Cloud“ stellen alle Beteiligten einen kleinen Teil ihres Speichers der Gemeinschaft zur Verfügung und können – je nach Bedarf – Energie aus der Cloud anzapfen. Überschüssige Energie kann dann immer noch am Strommarkt angeboten werden.

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