Big Data

Verschlüsselt und versiegelt

Von Daniel Kuhn · 2013

Neben einer Tastatur liegt eine Smartcard. Big Data erfordert neue Sicherheitsstandards
Die Smartcard enthält alle nötigen Sicherheitsschlüssel und generiert Zufallszahlen.

Die Kundendaten werden zu einem immer wichtigeren Gut für Stromerzeuger. Deshalb brauchen sie besonderen Schutz.

Für Stromanbieter war der einzelne Kunde lange Zeit nur sichtbar als Zählernummer und Zählerstand. Mit dem Umbau des Stromnetzes zum Smart Grid ist das derzeit im Begriff, sich zu ändern. Soll die Energie schlau verteilt werden, müssen auch dem einzelnen Kunden immer mehr Daten zugeordnet werden. Für die Energieversorger heißt das: Sie müssen künftig nicht nur riesige Datenberge verarbeiten. Sie müssen auch sicherstellen, dass die Daten vor ungewollten Blicken von Hackern geschützt sind.

Big Data: Sicherheit groß geschrieben

So steckt in intelligenten Zählern jede Menge Sicherheitstechnik. Die Smart Meter sind verschlüsselt, geeicht und versiegelt. Auch die Gateways, auf denen die Verbrauchs- und Nutzungsdaten gespeichert werden, sind mit einem Sicherheitsmodul, der sogenannten Smartcard, ausgestattet. Sie enthält alle nötigen Sicherheitsschlüssel und generiert Zufallszahlen zum Schutz vor unerwünschten Eindringlingen. Diese Schlüssel sowie die Einschränkung der Kommunikationskanäle stellen eine ausgeklügelte Sicherheitsinfrastruktur dar. Sie zu knacken und zu manipulieren, kostet einigen Aufwand, ist aber dennoch nicht vollkommen unmöglich. Als ein großes Sicherheitsrisiko haben Datenschützer die Intervalle der Informations-Übermittlung ausgemacht. Die ersten intelligenten Zähler haben die Daten im Regelfall alle 15 Minuten zum Stromversorger übertragen. Inzwischen haben die Energieversorger jedoch reagiert: Bei den meisten Stromtarifen ist eine Übermittlung der Informationen nur einmal am Tag vorgesehen. Doch je mehr grüner Strom durch die deutschen Leitungen fließt, umso wichtiger werden zeitabhängige Tarife, die den Strom in Überschusszeiten günstiger anbieten. Und das setzt wieder kürzere Übermittlungsinter­valle voraus.

Gläsernen Kunden vermeiden

Doch sichergestellt werden muss nicht nur die Übertragung der Daten, sondern auch der vertrauliche Umgang mit ihnen. Da Smart Meter deutlich mehr Daten als den reinen Stromverbrauch übermitteln, lassen sich aus diesen Daten schnell Nutzerprofile erstellen. Das wiederum ruft Datenschützer auf den Plan, die befürchten, dass auch im Stromnetz bald der gläserne Kunde Normalität sein wird. Bestehende Datenschutzrechtsregelungen sind noch nicht auf die spezifischen Herausforderungen der kommenden Smart Grids ausgelegt. Aus diesem Grund wird derzeit auf Bundes- und EU-Ebene an entsprechenden neuen Regelungen gearbeitet. Auch die Energieversorgungsunternehmen haben ein Interesse an einer Neuregelung, da das Vertrauen der Kunden für die Verbreitung der Smart Meter und den Ausbau der Smart Grids essenziell ist.

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