Smart Home

Wenn Häuser denken lernen

Von Katharina Lehmann · 2014

 Eine Frau sitzt mit ihrem Tablet auf der Couch. Thema Smart Home
Mit Tablet und Smartphone die Heizdaten im Blick.

Die Anzahl der vernetzten Gebäude wächst. Doch noch sind nicht alle Weichen für die Zukunft korrekt gestellt. Die Branche fordert den schellen Ausbau des Breitbandnetzes, Experten fordern im Gegenzug einheitliche Standards, mit denen sich Geräte herstellerübergreifend verbinden lassen.

Eine Million Smart Homes – der Bundesinnungsverband der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) rechnet damit, dass bis zum Jahr 2020 so viele Haushalte mit intelligenten und vernetzten Sensoren und Geräten ausgestattet sein werden. Nach Angaben des Verbands hat sich die Zahl allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Ende 2013 gab es in Deutschland rund 315.000 Privathaushalte mit intelligenter Technologie.

Breitbandausbau entscheidend

„Der Smart-Home-Markt ist keine Nische mehr“, meint auch Stephan Schneider, Vorsitzender des Arbeitskreises Connected Home beim Branchenverband Bitkom. Denn schon heute entwickeln Haushaltsgerätehersteller sowie Unternehmen der klassischen Informations- und Kommunikationstechnik, der Elektroinstallationsbranche und dynamische Start-ups in einem erstaunlichen Tempo neue, smarte und vernetzbare Geräte. Und Schneider glaubt sogar, dass die Eine-Million-Grenze bereits 2018 überschritten werden könnte und bis 2020 gar 1,5 Millionen intelligente Häuser möglich sind. Entscheidend dafür sei aber der konsequente Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland. Denn nur mit einem schnellen und sicheren Netz können die Smart-Home-Lösungen ihr volles Potenzial entfalten und die Wohn- und Lebensqualität sowie die Sicherheit im eigenen Heim erhöhen. Vor allem zu einer effizienteren Energienutzung kann die intelligente Technik einiges beitragen. Zwischen 20 und 30 Prozent Heizenergie können im smarten Haus eingespart werden. Denn im Smart Home regelt zum Beispiel die Heizung anhand der Position der Smartphones der Hausbewohner die Temperatur autonom. Beim Verlassen der Wohnung werden mithilfe dieser Funktion auch alle Energieverbraucher wie Lampen oder der Herd ausgeschaltet. Auch können die Bewohner Heizung, Licht und Rollläden aus der Ferne über das Handy steuern.

Smart Home: Einheitliche Standards wichtig

Für Matthias Edelmann vom Beratungsunternehmen Cocus sind aber auch noch andere Faktoren neben den schnellen Breitbandnetzen wesentliche Voraussetzungen: Anwender sind an vernetzten Lösungen interessiert, von den Anbietern würden heute allerdings meist Insellösungen entwickelt, also geschlossene Systeme, in die sich Geräte anderer Anbieter nicht integrieren lassen. Für die Kunden bedeutet das eine Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und deren Produktpalette. Einheitliche Standards, mit denen sich Geräte herstellerübergreifend verbinden lassen, könnten Abhilfe schaffen. Dabei würde weitsichtigeres Handeln der gesamten Branche und damit auch den einzelnen Anbietern mehr Kunden und somit mehr Umsatz bescheren, meint Berater Edelmann: „Wer das für sich früh erkennt und sich strategisch gut platziert, hat sogar gute Chancen, sich als Marktführer zu etablieren.“

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