Energie-Contracting

Ratenzahlung statt Investition

Von Hartmut Schumacher · 2018

Eine Person spürt mit einem Energiespar-Contractor eine Wärmebrücke auf
Energiespar-Contractoren spüren gezielt Wärmebrücken auf.

Mit Technologie alleine lässt sich die Energiewende nicht stemmen. Auch Dienstleister sind nötig, die sich kompetent um die Auswahl und den Betrieb der Energieanlagen kümmern. Als „Contracting“ bezeichnet man neudeutsch diese Art der Dienstleistung.

Prinzipiell ist Energie-Contracting nichts Neues: Schon Ende des 18. Jahrhunderts überließ James Watt, der Erfinder der Dampfmaschine, Unternehmen seine Maschinen zu günstigen Preisen – unter der Voraussetzung, dass sie ihm über mehrere Jahre hinweg ein Drittel der Summe auszahlten, die sie durch das Einsetzen dieser Maschinen sparten.

Vorteile für die Kunden: keine Investitionen, geringerer Aufwand und planbare Energiekosten.

Ein gutes Geschäft für beide Seiten. Und das gilt meist auch für modernes Energie-Contracting, das sich seit Anfang der 80er Jahre in Deutschland etabliert. Die beiden wichtigsten Varianten dieser Dienstleistungen: das Energieliefer-Contracting und das Energiespar-Contracting.

Energie-Contracting: Liefern oder sparen

Beim Energieliefer-Contracting finanziert, errichtet und betreibt der Dienstleister – der Contractor – die Anlage, die Wärme oder Strom liefert. Beim Energiespar-Contracting dagegen übernimmt der Contractor komplett das Finanzieren, Planen, Umsetzen und Betreuen von Maßnahmen, die zu Energieeinsparungen führen. Dafür erhält er einen Teil dieser eingesparten Kosten. Die Vorteile für den Kunden: keine Anfangsinvestitionen, geringerer organisatorischer Aufwand und planbare Energiekosten.

„Energiespar-Contracting ist bisher nur im Bereich öffentlicher Gebäude gut etabliert“, erläutert Michael Geißler, Geschäftsführer der Berliner Energieagentur. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes sind etwa 75 Prozent der bisherigen Energiespar-Contracting-Projekte in derartigen Gebäuden verwirklicht worden. Aber auch die Anzahl von Umsetzungen in privatwirtschaftlichen Gebäuden wie Krankenhäusern und Fabriken steigt. Für Wohngebäude hingegen ist vorrangig die Variante Energieliefer-Contracting geeignet.

Nicht nur für Gebäudekomplexe werden Contracting-Dienstleistungen angeboten, sondern auch für einzelne Privathäuser. In manchen Fällen könne dies durchaus lohnenswert sein. Meist jedoch sei Energie-Contracting in diesem Szenario laut dem Bund der Energieverbraucher und vieler Verbraucherzentralen wegen fehlender Wirtschaftlichkeit nicht ratsam.

Unterstützung vom Staat

Arnold Wallraff, Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, erklärt: „Wer sich energieeffizient verhält, schont die Umwelt, spart Kosten und kann zusätzlich von zahlreichen staatlichen Beratungsangeboten und Förderprogrammen profitieren.“ Zu diesen Förderungsmaßnahmen gehört das Marktanreizprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das nicht nur private Hausbesitzer, Kommunen und Unternehmen finanziell beim Investieren in umweltfreundliche Heizungsanlagen unterstützt, sondern auch Dienstleister – die dadurch in der Lage sind, ihren Kunden reduzierte Contracting-Raten anzubieten.

Kleine und mittlere Unternehmen, Kommunen und gemeinnützige Organisationen haben darüber hinaus im Rahmen des Förderprogramms „Beratungen zum Energiespar-Contracting“ die Möglichkeit, sich einen Teil der Kosten für Contracting-Beratungen durch qualifizierte Experten erstatten zu lassen.

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