Smart Grids

Bis in jede Steckdose

Von Jens Bartels · 2018

Eine Windkraftanlage vor blauem Himmel. Erneuerbare Energien brauchen Smart Grids

Die Stromerzeugung mit Hilfe Erneuerbarer Energien unterliegt erheblichen Schwankungen. Deswegen müssen die Erzeugung, der Transport über die Stromnetze und der Verbrauch intelligent miteinander verzahnt werden. Eine Schlüsselrolle kommt hierbei dem Ausbau der Verteilnetze, den sogenannten Smart Grids, zu.

Dezentralität entwickelt sich immer mehr zu einem charakteristischen Merkmal der Stromwirtschaft. Zentrale Technologien der Energiewende wie Windkraft und Solarenergie, aber auch der Einsatz von Stromspeichern, Wärmepumpen oder die Elektromobilität bringen eine weitaus verteiltere Struktur mit sich.

Die Verteilnetze werden zunehmend sowohl Ver- als auch Entsorgungsnetze.

Zugleich wachsen dadurch die Herausforderungen und Aufgaben für die Verteilnetzbetreiber. Denn aufgrund der Volatilität bei der Erzeugung Erneuerbarer Energien werden Verteilnetze nach Überzeugung des Verbandes kommunaler Unternehmen zunehmend in einer Doppelrolle benötigt – als Ver- und als Entsorgungsnetz. In extremen Fällen wechseln die Lastflussrichtungen sogar mehrmals täglich.

Smart Grids: Investitionen in Verteilnetze

Diese Veränderungen führen zu einem hohen Investitionsbedarf in die bundesdeutschen Verteilnetze. Sie müssen zu intelligenten, aktiven Netzen, sogenannten Smart Grids, weiterentwickelt werden. Diese Smart Grids verfügen über Informations- und Kommunikationstechnologien wie intelligente Zähler zur Messwerterfassung, Kommunikationsinfrastruktur zur Verarbeitung und Verteilung der Daten, Automatisierungstechnik sowie Technik für die Regelung und Steuerung. Sie sollen dafür sorgen, dass das Netz gleichmäßig ausgelastet ist und der vorhandene Strom optimal verteilt wird. 

Elektroautos günstig laden

Beim Endverbraucher können die intelligenten Stromzähler den Stromverbrauch im Sekundentakt überwachen und Energie nachfragen, wenn der Strom möglichst günstig ist. Das kommt beispielsweise Besitzern von Elektroautos zugute. Je mehr Autobesitzer in Zukunft elektrisch fahren, desto stärker steigen der Stromverbrauch und der Strompreis am Feierabend durch die Aufladung des Akkus. Dank des Smart Meters wird das Elektroauto günstiger zu optimalen Strombezugszeiten aufgeladen. Übrigens ist es auch denkbar, dass Elektroautos in einem intelligenten Stromnetz der Zukunft nicht nur Energie aufnehmen, sondern auch Strom aus dem Akku an das Netz abgeben. So könnten die Akkus der Autos sogar Lastspitzen ausgleichen.

Smart Grid im Haushalt?

Wenn die Erneuerbaren Energieträger besonders viel sauberen Ökostrom liefern, bekommen Verbraucher eine Nachricht aufs Smartphone: Jetzt können sie Spülmaschine und Wäschetrockner zu besonders günstigen Strompreisen laufen lassen, den Akku des E-Autos, aber auch von Smartphone und Laptop laden und dabei kräftig sparen. So zumindest ein Zukunftsszenario der Smart Grids. Kommen wird das wohl eher nicht – zumindest nicht im Privathaushalt. Denn wer will schon mitten in der Nacht von der automatisch startenden Waschmaschine geweckt werden oder tagelang warten, bis er den Smartphone-Akku günstig laden kann. Potenzial hat das Smart Grid jedoch bei der Stromversorgung von Wärmepumpen und beim E-Auto. Denn da ist es egal, ob der Akku um elf Uhr abends oder vier Uhr morgens geladen wird.

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