Energiekonzept

Ziele werden verfehlt

Von Peter Quäl · 2019

Deutschland hat sich viel vorgenommen in puncto Energieeffizienz. Doch die meisten Ziele wird die Bundesrepublik nicht erreichen – vor allem im Verkehr wird derzeit sogar mehr statt weniger Energie verbraucht. Und auch die Industrie geizt mit Investitionen in Effizienztechnologien. Schuld daran ist auch der aktuell relativ niedrige Ölpreis.

Hand hält virtuelles Haus mit Energieeffizienzklassen hoch. Thema: Energiekonzept
Die Energieeffizienz muss stärker steigen. Foto: iStock / Natali_Mis

Die nationalen Energieeffizienzziele – Deutschland will im Jahr 2020 insgesamt 20 Prozent, 2050 sogar 50 Prozent weniger Primärenergie verbrauchen als noch im Jahr 2008 – sind kaum noch zu erreichen. Dabei hatte gerade die Industrie vor ein paar Jahren bereits große Fortschritte gemacht und viel Geld in die Steigerung der Energieeffizienz investiert. Doch das war zu einer Zeit, als die Rohölpreise bei über 100 Dollar pro Fass lagen. Seitdem die Preise wieder gesunken sind, ist aber nicht mehr viel passiert. Die aktuell recht niedrigen Energiepreise gäben aber „derzeit nur wenig Anreiz für Investitionen in Effizienztechnologien“, stellte der Leiter der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE), Jan Kottmann, kürzlich fest.

Energiekonzept: Einsparungen auf allen Ebenen

Dabei steht nicht nur die Industrie im Fokus, wenn es darum geht, großflächig Energie einzusparen. Dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zufolge erstrecken sich die Effizienzmaßnahmen von Kraftwerksmodernisierung über energieeffiziente Motoren und energiesparende Industrieprozesse bis hin zu und energieeffizienter Gebäudesanierung und Haushaltsgeräten. Ein essenzielles Werkzeug zur Erhöhung der Energieeffizienz ist etwa die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), bei der die Abwärme der Stromerzeugung zum Heizen oder für Produktionsprozesse genutzt wird.

Mobilität effizienter gestalten

Eines der größten Zukunftsfelder in puncto Energieeffizienz liegt im Bereich der Mobilität. Um Mobilität weiterhin zu gewährleisten, jedoch nachhaltiger für Mensch und Klima zu gestalten, wird sie zukünftig vernetzt und energieeffizienter sein müssen. Effizientere Antriebe, erneuerbare Kraftstoffe und eine verkehrsmittelübergreifend optimierte Mobilität von Personen und Gütern sind dabei wesentliche Faktoren. Doch Deutschland steht vor einer großen Herausforderung. Nach Angaben der Deutschen Energieagentur (dena) ist die Verkehrsleistung im Personen- und Güterverkehr seit 1990 um über 50 Prozent gewachsen. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch im Verkehr nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 um zehn Prozent im Vergleich zu 2005 gesenkt werden. „Aktuell sind es jedoch zwei Prozent Mehrverbrauch“, heißt es bei der dena. Ähnlich sieht es bei den CO2-Emissionen aus: „Während das Aktionsprogramm Klimaschutz aus dem Jahr 2014 für Deutschland eine Senkung der Verkehrsemissionen bis 2020 um sieben bis zehn Millionen Tonnen vorsieht, steht derzeit hier noch ein Plus von sechs Millionen Tonnen“, so die Experten der Energieagentur. „Vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen bedarf es einer konsistenten Emissionsvermeidungsstrategie im Verkehr“, fordert die dena. Die nationalen und europäischen Rahmenbedingungen müssten so angepasst werden, dass emissionsarme Verkehre belohnt und innovative Mobilitätskonzepte attraktiver werden.

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