Energiemanagement

Energiesparen mit System

Von Hartmut Schumacher · 2021

Effizienzsteigernde Maßnahmen bei der Energieversorgung senken die Kosten von Unternehmen, sparen Steuern und schonen das Klima. Um das zu erreichen, sind allerdings Investitionen und bürokratischer Aufwand nötig.

Hand, die eine Glühbirne hält
Energieeffizienz berührt alle Lebensbereiche. Foto: iStock / Khanisorn Chaokla

Vermutlich ist schon kurz nach dem Anlegen der ersten Feuerstelle vor etwa einer Million Jahren einer unserer Vorfahren auf den Gedanken gekommen, dass es sinnvoll wäre, das Feuer nicht größer werden zu lassen als unbedingt nötig, um genügend Wärme und Licht zu erhalten. Auf diese Weise ließ es sich erreichen, dass der Vorrat an gesammeltem Feuerholz länger ausreicht. Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob unsere Urahnen dies bereits als Energiemanagement bezeichnet haben. Zutreffend wäre es aber durchaus gewesen. Denn beim Energiemanagement geht es um das Beschaffen, Verteilen und Nutzen von Strom und Wärme – und zwar mit der Absicht, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Energieeffizienz zu verbessern. Das spart erstens Kosten und schont zweitens die Umwelt – und ist damit auch ein wichtiger Bestandteil der Energiewende.

Energiemanagementsysteme

Bei einem einzelnen Wohnhaus kann Energiemanagement einfach darin bestehen, für eine gute Isolierung zu sorgen und auf eine effizientere Heizungstechnik umzusteigen. Bei größeren Gebäuden oder bei Unternehmen dagegen empfiehlt sich eine systematischere Vorgehensweise: Mit einem Energiemanagementsystem ist es möglich, Energieverbräuche zu erfassen, Einsparmöglichkeiten zu erkennen und effizienzsteigernde Maßnahmen durchzuführen. Dabei kommt sowohl Analyse-Software zum Einsatz als auch Hardware, die einerseits der Software die Energieverbrauchsdaten liefert und andererseits die Energieverbraucher steuert. Ein derartiges Energiemanagementsystem nutzen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bislang etwa 15 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Seit 2015 müssen Großunternehmen alle vier Jahre ein Energieaudit, also eine Inspektion und Analyse, durchführen lassen. Alternativ dazu können sie ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach der Norm ISO 50001 einrichten. Welche Maßnahmen im Rahmen des Energiemanagements zum Einsatz kommen, das hängt von der Branche ab. Beispiele mit hohem Einsparpotenzial sind die bessere Dämmung von Außenwänden, Fenstern und Türen, das Modernisieren der Heizung, das Nutzen von Solarzellen, Abwärme und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, der Einsatz moderner Pumpen und Motoren, effizienter Beleuchtung und sparsamer Lüftungssysteme, aber auch das Verschieben von energieintensiven Prozessen in Zeiträume, in denen der Strompreis niedriger ist.

Geld vom Staat

Der Nachteil des Energiemanagements? Die Kosten, die sowohl durch das Erfassen und Analysieren der Daten als auch durch das Umsetzen der geeigneten Maßnahmen entstehen. Diese Ausgaben rentieren sich allerdings relativ schnell: In der Regel lassen sich, abhängig von Branche und Alter des Unternehmens, zehn bis 20 Prozent der Energiekosten einsparen. Darüber hinaus gibt es vom Staat Förderungen sowohl für das Anschaffen von Mess- und Regelungstechnik als auch für Beratungen zur Einführung eines Energiemanagementsystems. Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem einsetzen, können sich zudem einen Teil ihrer Strom- und Energiesteuern erstatten lassen.

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