Erdgas

Partner für Erneuerbare

Von Oskar Rheinbach · 2018

Geschäftspartner schütteln sich unter Applaus die Hände

Zu den großen Herausforderungen der Energiewende gehört die gleichmäßige Versorgung mit Strom. Gaskraftwerke können helfen, dieser Herausforderung im Zusammenspiel mit erneuerbaren Quellen zu begegnen. Das Erdgasnetz kann zudem als Speicher für überschüssigen Strom dienen.

Wind und Sonne sind als Energiequellen recht eigenwillig. Sie liefern, wenn sie eben liefern, und nicht unbedingt, wenn man sie braucht. Eine Lösung liegt in der Kombination mit Kraftwerken, die bei erhöhtem Bedarf flexibel reagieren und für zusätzliche Leistung sorgen. Technisch eignen sich hierfür moderne Gaskraftwerke besonders gut, die Erdgas oder auch künstlich hergestelltes Gas verfeuern. Sie lassen sich etwa im Vergleich zu Kohlenkraftwerken schnell hochfahren. In den meisten Szenarien zur Energiewende spielt Gas deshalb eine wichtige Rolle. 

Erdgas: Mehr Effizienz

Erdgas zur Stromversorgung ist auch aus ökologischer Sicht sinnvoll, vor allem in Verbindung mit neuester Technik. In modernen Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD-Kraftwerke) dienen stromerzeugende Gasturbinen als Wärmequelle für die Dampferzeugung, mittels derer eine Dampfturbine ebenfalls Strom erzeugt. So können elektrische Wirkungsgrade um die 60 Prozent erreicht werden. Bei Kohlekraftwerke liegen diese Werte deutlich niedriger, nämlich bei 35 bis 40 Prozent. Bislang ist der Anteil von Gaskraftwerken an der öffentlichen Stromversorgung allerdings recht gering. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme trägt die Zahlen regelmäßig zusammen: 2017 stammten 8,9 Prozent des Bedarfs aus Gaskraftwerken. Hier offenbart sich ein grundsätzliches Problem: Erdgas ist relativ teuer. Eine Sprecherin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bring es auf den Punkt: „Da die variablen Kosten der Stromerzeugung aus Laufwasser, Kernenergie und Braunkohle derzeit günstiger sind, kommen diese im Markt zuerst zum Einsatz“. Das heißt, selbst bestehende Gaskraftwerke werden erst dann hochgefahren, wenn es sich lohnt. 

Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2018

Speichern und verteilen

Erdgas und seine Äquivalente könnten jedoch auch auf eine andere Weise zur Energiewende beitragen. Das Stichwort lautet Power-to-Gas (PtG). Neben der bedarfsgerechten Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen kommt auch dessen Verteilung und Speicherung eine entscheidende Rolle zu. PtG-Technologien erzeugen mittels Strom durch Elektrolyse zunächst Wasserstoff, der direkt eingesetzt wird oder in Kombination mit CO₂ zu Methan verarbeitet wird, aus welchem auch natürliches Erdgas besteht. Überschüssiger Strom, etwa aus Windenergie, kann so in den 51 Erdgasspeichern im Land gelagert werden. Der BDEW rechnet vor, dass deren Kapazität durch Rückverstromung prinzipiell den Strombedarf Deutschlands für zwei Monate sichern könne. Zudem könnte so auch das Problem des Energietransports verringert werden. Denn zusätzlich zu den nicht ausreichenden Stromtrassen kann das deutsche Erdgasnetz mit seiner Länge von über 500.000 Kilometern gespeicherte Energie in jede Ecke des Landes bringen. Damit steht mit Gas nicht nur ein Baustein zur Energieversorgung, sondern auch zur Lösung des Verteilungsprogramms zur Verfügung.

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