Schienenverkehr

In Zukunft elektrisch

Von Oskar Rheinbach · 2018

Blick auf Schienen, tief stehende Sonne am Horizont

Aus Verkehrskonzepten der Zukunft ist er nicht wegzudenken: der Transport von Waren und Personen mit der Bahn. Das hilft der Umwelt vor allem dann, wenn die Energie aus der Oberleitung kommt und aus erneuerbaren Quellen stammt. Moderne Antriebskonzepte und Assistenzsysteme unterstützen zusätzlich.

Es waren erfreuliche Neuigkeiten, die Bahn-Vorstandschef Richard Lutz Ende März verkünden konnte. Auf 41,9 Milliarden Personenkilometer stieg 2017 die Verkehrsleistung im Regionalverkehr, das ist ein Plus von 2,6 Prozent. Und um denselben Prozentsatz wuchs auch das Aufkommen im Fernverkehr, nämlich auf 40,9 Milliarden Personenkilometer. Im Fernverkehr bedeutete dies 142 Millionen Fahrgäste. Gute Neuigkeiten auch für die Umwelt? Der Schienenverkehr steht seit jeher für ökologische Transportwege, als probates Mittel gegen Verkehrskollaps und CO₂-Anstieg. Allerdings gilt das in vollem Umfang nur, wenn er strombetrieben ist – und dieser Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Rund 60 Prozent des deutschen Schienennetzes sind elektrifiziert. Das ist zwar mehr als der europäische Durchschnitt von 53 Prozent, doch Länder wie Schweden (75 Prozent) oder Schweiz (100 Prozent) verfügen über eine deutlich höhere Elektrifizierung. Das geht aus Zahlen der EU-Kommission hervor. 

Schienenverkehr: Recyceln beim Bremsen

Was die Herkunft des Stroms angeht, kann sich die Bilanz der Bahn immerhin sehen lassen. 44 Prozent stammten 2017 laut DB aus erneuerbaren Quellen, bis 2030 soll der Anteil 70 Prozent betragen. Doch wie sieht es mit dem „ökologischen Fußabdruck“ aus, dem Ausstoß an Treibhausgasen? Die Initiative „Allianz pro Bahn“ zieht auf Grundlage von Zahlen des Umweltbundesamtes den Vergleich zwischen Fernreisen per Flugzeug und Bahn. Fazit: Flugreisen erzeugten 2016 pro Personenkilometer 280 Gramm Treibhausgase, die Bahn ganze 13. Damit schlägt sie auch Pkws und Reisebusse. Doch es geht nicht nur um saubere Energiequellen. Zur Energiewende gehört ein effizienter Umgang mit dem, was zur Verfügung steht. Ein Beispiel ist die Rückgewinnung von Bremsenergie. Dabei dreht sich ein Rotor innerhalb einer Induktionsspule während des Bremsvorganges weiter und erzeugt so Strom, der in die Oberleitung zurückgespeist wird. Die Deutsche Bahn hat nach eigenen Angaben 2017 so 14 Prozent ihres Fahrstromes „recycelt“. Und auch in den Schienenverkehr halten moderne Antriebskonzepte Einzug, etwa in Form von Hybridfahrzeugen. Sogenannte Dual-Mode-Lokomotiven zum Beispiel verfügen über einen Dieselgenerator, können aber auch mit Strom aus der Oberleitung fahren. Sie lösen damit auch das Problem der „First/Last Mile“, also die ersten und letzten Kilometer von Neben- oder Industriestrecken, die nicht elektrifiziert sind. Auch Brennstoffzellen-Triebwagen stehen bereits zur Verfügung. 

Einfach rollen lassen

Eine weitere Möglichkeit, kostbaren Ökostrom zu sparen, erlauben moderne Assistenzsysteme. Sie geben Zugführern Hinweise, wie sie Strecken je nach Gelände, Ladung und Zielgeschwindigkeit möglichst energieeffizient fahren. Das heißt auch, Züge einfach einmal ohne Antriebsleistung gezielt in den Bahnhof einrollen zu lassen.

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