Energiemanagement

Sparen mit System

Von Jens Bartels und Katharina Lehmann · 2019

Mann zeigt auf Recycling-Kreislauf-Symbol
Foto: iStock / NicoElNino

Wer seinen Energieverbrauch digital erfasst, Einsparpotenziale identifiziert und Energieeffizienzmaßnahmen umsetzt, kann seine Energiekosten nachhaltig senken und der Umwelt etwas Gutes tun. Das gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Kommunen.

Deutschlands Schulen, Kindergärten und Rathäuser verbrauchen zu viel Energie. Bis zu 20 Prozent der Energiekosten ließen sich in nahezu jeder Kommune einsparen – und das ohne große Investitionen, allein durch ein effizientes Energiemanagement, hat die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ermittelt. Demnach könnte deutschlandweit ein Betrag von rund 370 Millionen Euro eingespart werden, und zwar jährlich. Diese Einsparpotenziale sollen nun auch gehoben werden – zumindest in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die vier Bundesländer haben Ende vergangenen Jahres ein einheitliches kommunales Energiemanagement initiiert.

Kern der Kooperation ist das Kommunale Energiemanagement-System (Kom.EMS), das allen Kommunen kostenlos zur Verfügung steht und mit Checklisten und einem digitalen Leitfaden beim Aufbau eines ganzheitlichen Energiemanagements hilft. Die Plattform schafft Strukturen und regelt Zuständigkeiten, etwa für einen energiesparenden Heizungsbetrieb. Das Wissensportal mit konkreten Arbeitshilfen wie Muster-Beschlussvorlagen oder einem Rechentool hilft bei der Umsetzung. Zudem lässt sich mit dem Tool auch die Wirksamkeit von Förderprogrammen prüfen.

Doch nicht nur die Kommunen, jedes Unternehmen profitiert von einem intelligenten und ganzheitlichen Energiemanagement. Um bis zu 30 Prozent lässt sich der Energieverbrauch abhängig von Unternehmen und Branche senken, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermittelt. Unternehmen können dabei viel mehr tun, als die meisten glauben. Wer weiß, wo die Energie versickert, kann auch geeignete Maßnahmen finden, seine Räume, Maschinen und Prozesse effizienter aufzustellen. Um sich einen Überblick über Einsparmaßnahmen zu verschaffen, bieten viele Energieberater kostenlose Checks und Angebote an, um zum Beispiel die Heizungsanlage zu optimieren, Solaranlagen für die Erzeugung des eigenen Stroms zu installieren oder Halogenlampen durch LEDs zu ersetzen. Eine sinnvolle Möglichkeit ist es auch, Stromverbrauchsspitzen in der Fertigung zu entlarven und alle Maschinen so miteinander zu vernetzen, dass solche Spitzen gar nicht erst entstehen.

Sämtliche Daten sind digital

In der Regel startet ein modernes ganzheitliches Energiemanagement mit der Bestandsaufnahme aller Energieverbräuche und der transparenten Zuordnung der anfallenden Energiekosten. Modernste digitale Messgeräte können heutzutage systematisch eine Vielzahl an Messwerten präzise und zuverlässig automatisiert erfassen und sicher in die Cloud übertragen. Aus der Cloud heraus werden die Daten zur weiteren Verarbeitung an übergeordnete Energiemanagementsysteme weitergegeben. 

Energiemanagement: Daten smart auswerten

Eine passende Software kann dank der Daten wichtige Kenngrößen für einzelne Geräte und das Gesamtsystem auf Tablet, Smartphone oder Laptop darstellen und auf diese Weise die Energieverbräuche analysieren. Einsparungsmaßnahmen lassen sich dadurch direkt ableiten und Fehler schnell lokalisieren. So erlangt man volle Transparenz über den gesamten Energieverbrauch, schärft zugleich das Bewusstsein dafür und senkt die Kosten. Ein weiterer Pluspunkt: Durch eine kontinuierliche Überwachung der Energieverteilung werden kritische Anlagenzustände frühzeitig erkannt. So lassen sich Unregelmäßigkeiten und Geräteausfälle vermeiden. 

Wussten Sie schon, dass ...

… eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) seinen Mitgliedern der mittelständischen Immobilienwirtschaft großen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung attestiert hat – auch beim Energiemanagement? Unter den Bestandsverwaltern geben nur 17 Prozent an, dass Energiemanagementsysteme zum Standard gehören. Ein Drittel testet diese Tools in Pilotprojekten, 50 Prozent haben aber noch kein digitales Energiemanagement. Bei den Bauträgern gaben 36 Prozent an, dass sie standardmäßig mit Energiemanagementsystemen planen, 57 Prozent unterhalten dazu Pilotprojekte und sieben Prozent verzichten darauf ganz.

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