Erdgas

Fossile Wärmequelle mit Potenzial

Von Melanie Ehrhardt · 2014

Detail der Kochplatte eines Gasherdes. Erdgas verursacht weniger CO2-Emissionen als Heizöl

Deutschland gehört zu den größten Gasmärkten Europas. Noch wird Erdgas fast ausschließlich zum Heizen verwendet. Aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften könnte der Brennstoff im Zuge der Energiewende aber noch weit mehr Aufgaben übernehmen – zum Beispiel als Energiespeicher.

Wenn die Tage wieder kürzer werden und die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, dann schalten rund die Hälfte der deutschen Haushalte ihre Erdgasheizung an. Seit Jahren gehört diese Heizmethode zu den beliebtesten und auch kostengünstigsten. Doch woher kommt das Erdgas und wie sicher ist die bundesweite Versorgung auch in den zukünftigen Wintern? Nach Aussagen des Bundesverbandes der Energie und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) ist die Gasversorgung der Bundesrepublik sehr gut aufgestellt: „Deutschland bezieht Erdgas aus unterschiedlichen Lieferländern, über verschiedene Lieferrouten und hat die höchste Speicherkapazität in der Europäischen Union.“ Der allergrößte Teil des Erdgases wird importiert. Nach aktuellen Zahlen des BDEW werden 90 Prozent aus dem Ausland bezogen – insbesondere aus Russland, den Niederlanden und Norwegen.

Erdgas: Geringere CO2-Emissionen

Als fossiler Energieträger verursacht auch das Erdgas beim Heizen CO2-Emissionen, wenngleich deutlich weniger als beispielsweise Heizöl. Rund 25 Prozent weniger Treibhausgase hat Erdgas zur Folge. Dieser Wert lässt sich weiter absenken, wenn Biogas ins Netz eingespeist wird. Nach Ansichten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeichnet sich Erdgas als flexibler und vielfältiger Energieträger für die Stromerzeugung, die Energiespeicherung und als Ausgleichsspeicher für regenerativen Strom aus. Mit der Power-to-Gas-Technologie kann das Erdgasnetz sogar zur Beseitigung eines der größten Probleme der Energiewende beitragen – der Aufnahme von überschüssigem Strom. Wenn Wind und Sonne mehr produzieren, als die Verbraucher aufnehmen können, dann wird bei der Power-to-Gas-Technologie mit dem überschüssigen Strom per Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. Versetzt mit Kohlendioxid wird synthetisches Erdgas hergestellt und ins Versorgungsnetz eingespeist.

Biogas als Alternative

Gerade die Möglichkeit zur Erzeugung von Biogas und synthetischem Erdgas machen diesen Energieträger zu einer Wärmequelle mit Potenzial. Denn genauso wie Erdöl ist auch Erdgas kein Stoff, der in unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht. Chemisch identisch und mit den gleichen positiven Eigenschaften versehen, ist Biogas aber eine gute Alternative. Anders als das natürlich vorkommende Erdgas, das vor mehreren 100 Millionen Jahren entstand und tief unter Erde gefördert werden muss, wird Biogas aus Biomasse unter Mithilfe von Mikroorganismen gewonnen. Eine Reihe aufwendiger Prozesse ist dabei nötig. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat dennoch Großes damit vor: Ziel ist, dass der Anteil an Biogas im Erdgasnetz bis zum Jahr 2030 auf zehn Prozent ansteigt. Erdgas, Bio-Gas sowie Wasserstoff und synthetisches Methan sollen dann zu einer riesigen Energiequelle zusammengeführt werden.

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