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Sichere Stromversorgung

„Wir müssen die Stromnetze anpassen”

Von TransnetBW GmbH · 2020

Dr. Werner Götz

Wie es um die Sicherheit der Stromversorgung bestellt ist und was es dafür in Zukunft benötigt, erklären Dr. Werner Götz und Michael Jesberger, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW.

Wie ist Ihr Unternehmen durch die vergangenen Monate gekommen?

Götz: Als Betreiber einer kritischen Infrastruktur tragen wir zusammen mit der gesamten Energiebranche eine große Verantwortung. Für uns ist es selbstverständlich, immer auf Nummer sicher zu gehen. Das hat sich auch während des Corona-Lockdowns bewährt. Die Versorgungssicherheit war immer gewährleistet. 

Welche Auswirkungen gab es auf die Stromversorgung?

Jesberger: Es ist noch komplexer geworden, Verbrauch und Erzeugung im Gleichgewicht zu halten. Die verringerte Industrieproduktion und die Einschränkungen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens haben sich auch im Stromnetz bemerkbar gemacht. Zeitweise flossen über zehn Prozent weniger Strom durch die Leitungen. Gleichzeitig speisen mittlerweile sehr viele Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energie in die Netze ein. Und die Erneuerbaren folgen nicht dem Verbrauch, sondern reagieren volatil.

Michael Jesberger

Also entweder Versorgungssicherheit oder Energiewende?

Götz: Nein, das sind keine Gegensätze. Die Energiewende ist ein Kraftakt, keine Frage. Aber die Integration der erneuerbaren Energien ist eine Erfolgsgeschichte. Der springende Punkt ist, dass die Stromnetze an die veränderte Erzeugungsstruktur angepasst werden müssen. Derzeit läuft die Energiewende mit zwei Geschwindigkeiten: der Erneuerbaren-Ausbau ist rasant, der Netzausbau hinkt hinterher.

Warum nicht einfach Strom dort erzeugen, wo er verbraucht wird? 

Götz: Das ist wichtig, wird aber nicht ausreichen, um die Energiewende zu schaffen. Fotovoltaik-Anlagen sind zum Beispiel heute schon mit mehr als 6.000 Megawatt installierter Leistung das größte Kraftwerk Baden-Württembergs. Aber sie liefern nicht zu jedem Zeitpunkt und in der benötigten Menge Strom. Verbrauchstarke Regionen wie Baden-Württemberg werden auch weiterhin auf Strom-Importe angewiesen sein.

Was braucht es dann für beides: erfolgreiche Energiewende und sichere Stromversorgung?

Jesberger: Wir haben in unserer Studie Stromnetz 2050 untersucht, wie ein treibhausgasneutrales Energiesystem in Europa aussehen kann. Dafür müssen Windenergie und Fotovoltaik massiv ausgebaut und zudem der Wärme- und Transportsektor gekoppelt und teilumfänglich elektrifiziert werden. Dafür reicht das bislang geplante Übertragungsnetz nicht aus. Die Integration der erneuerbaren Energien erfordert also Maßnahmen, die deutlich über die bisherigen Planungen hinausgehen. Nur so kann auch zukünftig eine stabile und sichere Stromversorgung gewährleistet werden.

Kontakt

TransnetBW GmbH
Pariser Platz | Osloer Straße 15–17
70173 Stuttgart
E-Mail: info@transnetbw.de
Web: www.transnetbw.de/de/stromnetz2050

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