Intelligente Stromzähler

Smart Meter kommen sicher

Von Daniel Kuhn · 2013

 Ein Stromzähler. Intelligente Zähler erleichtern Energieversorgern nicht nur Steuerung von Angebot und Nachfrage, sondern sparen den Verbraucher Stromkosten

Neue Informationsinfrastrukturen machen Strom für Verbraucher günstiger und die Bedienung der Geräte komfortabler.

Smart Meter und Smart Grids: Diese beiden Begriffe gehören heute zu den wichtigsten Schlagwörtern in der Energiebranche. Das Stromnetz soll unter anderem durch den Einsatz intelligenter Stromzähler „smarter“ werden und somit nicht nur den Energieversorgern die Steuerung von Angebot und Nachfrage erleichtern, sondern dem Verbraucher zudem Erleichterungen bei den Stromkosten bescheren. Beim Vorantreiben des Ausbaus der Smart Grids sind die Energieversorgungsunternehmen und der Gesetzgeber allerdings auf einige Schwierigkeiten gestoßen, die die Verbreitung der intelligenten Zähler leicht bremst, aber nicht aufhält. Die Energieversorgungsunternehmen sind derzeit bemüht, die Erzeugungskapazitäten von herkömmlichen und regenerativen Energien zu koordinieren. Die größte Herausforderung stellt die Tatsache dar, dass erneuerbare Energien wie Solar- oder Wind­energie sich nur schwer prognostizieren lassen, was die Planung für den Einsatz konventioneller Kraftwerke deutlich erschwert. Grundsätzlich gibt es zwei wichtige Bausteine innerhalb eines modernen Netzes, mit denen eine Lösung dieses Problems gelingen kann. Das Netz der Zukunft beinhaltet Speichermöglichkeiten, die überschüssigen Strom aufnehmen, und es verfügt über Intelligenz, mit der die Verbraucher gemäß des verfügbaren Stroms gesteuert werden können.

Kostenersparnis und Komfortgewinn

Kostengünstige Speichertechnologien sind allerdings noch nicht im erforderlichen Maße vorhanden. Daher konzentrieren sich die Versorger nun vor allem auf die Smart Grids. Die Idee hinter den intelligenten Stromnetzen ist es, bei erhöhtem Aufkommen von regenerativen Energien, zum Beispiel bei starkem Sonnenschein oder Wind, diese Energie direkt an den Verbraucher weiterzuleiten. Die Voraussetzung dafür ist, dass dieser neben einem Smart Meter auch Hausgeräte einsetzt, die für Smart Grids ausgelegt sind und sich auf ein „Wake-Up-Signal“ der Stromnetzbetreiber gezielt starten oder stoppen lassen. Noch größer sind die Effekte, wenn die Industrie zum Beispiel große Kühlhäuser in ein Smart Grid einbindet und bei Stromüberschuss kühlt, bei Knappheit aber bis zu einer definierten Grenze ein Ansteigen der Temperatur toleriert. Die Versorger müssen dafür variable Tarife einführen, um einen Anreiz für die Verbraucher zu schaffen, den Stromverbrauch in billige Zeiträume zu verlagern. Doch das wird auch dann nur funktionieren, wenn das An- und Abschalten in einem möglichst hohen Grad automatisch erfolgen kann. Dafür bedarf es in erster Linie der Signale dafür und vor allem einer entsprechend ausgelegten Kommunikations- und Informationsinfrastruktur. Die Energieversorger arbeiten unter Hochdruck daran, dass Energieknoten als autarkes System fungieren. Dafür sollen die einzelnen Geräte eine Ontologie zur Bekanntmachung der eigenen Existenz, der Position im Netzwerk sowie der bereitgestellten Services verwenden. Übergreifend wird derzeit zudem eine Grid Policy für das selbstständige Knotenmanagement erarbeitet.

Technische Herausforderungen

Für den Verbraucher kommt neben der Kostenersparnis ein weiterer positiver Effekt hinzu: Er wird sich auf einen Komfortgewinn freuen dürfen. Mit der intelligenten Infrastruktur werden viele Haushaltsgeräte nämlich auch anders zu bedienen sein, zum Beispiel per Smartphone aus der Ferne. Im Moment sind viele Haushaltsgeräte für diesen Einsatz noch nicht ausgelegt. Derzeit lohnt sich die Implementierung dieser Funktionalität schlicht noch nicht, da Smart Meter bisher noch sehr wenig verbreitet sind – sobald sich dies ändert, werden auch immer mehr Smart-Grid-kompatible Geräte auf den Markt kommen. Eine der größten Herausforderungen ist daher, die Smart Meter stärker in deutsche Haushalte zu bringen. Dafür müssen diese vor allem preislich attraktiv sein. Intelligente Zähler, die mehr als 100 Euro kosten, haben nach Ansicht von Experten am Markt keine echte Chance.

Intelligente Stromzähler: Sicherheit geht vor

Schließlich müssen auch noch die Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden. Daran arbeiten derzeit die Stromversorger, der Gesetzgeber sowie das eu-Parlament. Es muss sichergestellt werden, dass nicht nur die Kommunikation der Smart Meter mit dem Stromversorger, sondern auch die intelligenten Stromzähler selber vor dem Zugriff Dritter geschützt sind. Hier lassen immer ausgeklügeltere Verschlüsselungsmechanismen und sogenannte Smart-Cards hoffen, dass Sicherheitstests noch im Laufe des Jahres positiv abgeschlossen werden können und somit bald sichere Systeme auf den Markt kommen.

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